Am Mittwoch, dem 6. November 2024, fand im Kommunalen Kino Bremerhaven (KOKI) ein besonderer Abend statt: Die Vorführung des Films Expedition Depression brachte die Realität von jungen Menschen mit Depressionen einem breiten Publikum näher. Begleitet wurde die Veranstaltung von Informationsständen und einer Gesprächsrunde, die es den Besucher:innen ermöglichte, Fragen zu stellen, sich auszutauschen und mehr über das Thema zu erfahren.
Die EWW war als einer der im Zentrum für seelische Gesundheit (ZsG) aktiven Leistungserbringer Mitveranstalter. Der Abend wurde möglich durch das KOKI Bremerhaven und die Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) und dem Sozialpsychiatrischen Förderkreis „Das Boot e.V.“. WIN-Mittel (Wohnen in Nachbarschaften) machten es möglich, dass der Eintritt frei war.
Die Veranstaltung verfolgte das Ziel, das Stigma rund um Depressionen abzubauen und Hilfsangebote in den Fokus zu rücken.
Ein berührender Film über eine tabuisierte Krankheit
Der Film Expedition Depression führte die Zuschauer:innen auf eine Reise quer durch Deutschland, begleitet von fünf jungen Erwachsenen, die an Depressionen leiden. Gemeinsam erkundeten sie nicht nur die Ursachen und Facetten ihrer Erkrankung, sondern suchten auch nach Antworten auf die Frage, wie Betroffenen geholfen werden kann.
Stationen wie eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, eine Alpenwanderung und ein Sporttherapie-Tag boten Einblicke in verschiedene therapeutische Ansätze. Gleichzeitig verdeutlichte der Film die Herausforderungen, die diese Erkrankung mit sich bringt, sowie die Hoffnung, die in Begegnungen und Gesprächen steckt.
„Expedition Depression ist ein starkes Statement für mehr Offenheit und Verständnis“, kommentierte eine Teilnehmerin.
Gesprächsrunde – Ein Austausch auf Augenhöhe
Im Anschluss an die Filmvorführung fand eine moderierte Gesprächsrunde statt, die das Publikum aktiv einbezog. Der Fokus lag auf dem sogenannten Trialog – dem Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten. Das Publikum hatte die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen zu teilen. Die Diskussion zeigte, wie wichtig es ist, psychische Erkrankungen offen zu thematisieren und sowohl Betroffenen als auch Angehörigen Unterstützung zu bieten.
Über das Zentrum für seelische Gesundheit (ZsG)
Das ZsG in Bremerhaven ist eine Initiative mehrerer Träger, die sich seit 2013 gemeinsam für niedrigschwellige und lebensweltorientierte Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen einsetzen. Mit Räumlichkeiten im Sparkassenhaus an der Hafenstraße bietet das ZsG Beratungs-, Therapie- und Begegnungsmöglichkeiten in einem inklusiven Umfeld. Das Ziel: psychische Erkrankungen aus der Tabuzone holen, Selbsthilfe fördern und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stärken.
Weitere Informationen zu den Angeboten des ZsG finden Sie unter https://www.zsg-bremerhaven.de/
Ein starkes Zeichen für Inklusion und Aufklärung
Die Veranstaltung „Expedition Depression“ war ein voller Erfolg. Kein Platz im Kinosaal blieb leer. Neben über 100 Teilnehmer*innen, die sich im Vorfeld angemeldet hatten, kamen auch einige regelmäßige KOKI-Gänger*innen, die sich spontan auf diesen besonderen Abend einließen. Einmal mehr wurde deutlich, wir wichtig der offene Umgang mit psychischen Erkrankungen ist – nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner, hat gezeigt, wie Inklusion, Aufklärung und Unterstützung im Zusammenspiel wirkungsvoll gestaltet werden können.
Gemeinsam setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, in der psychische Erkrankungen kein Tabu mehr sind.
